Die Stadt Kaufbeuren

Kleine Wappenkunde:

Das heutige Stadtwappen, das der Stadt am 23.6.1926 vom Bayerischen Innenministerium verliehen worden ist, geht in seiner Darstellung auf das Stadtwappen von 1449 zurück. Die Darstellung des Adlers, bzw. eines Teils von ihm, zeigt den Status als Reichsstadt an, während der goldene Schrägbalken und die goldenen Sterne die ursprünglichen und älteren Kaufbeurer Wappenschilder sind und sich im Siegelabdruck seit 1295 nachweisen lassen. Ob diese Wappen jedoch auf die 1167 ausgestorbenen Edelherren von Beuren zurückgeht, kann allenfalls vermutet werden. Von 1804 bis 1895 war der Adler aus dem Stadtwappen verbannt, was durch die damalige "Montgelas"-Stimmung, die sich gegen alle an das Alte Reich erinnernden Symbole wandte, zu erklären ist. Die Stadtfarben Kaufbeuren waren und sind seit jeher Rot und Gold (Gelb) und lassen sich seit der Mitte des 15. Jahrhunderts nachweisen.

Umgeben von den bewaldeten Höhen des Alpenvorlandes und eingebettet in das Tal der Wertach, liegt Kaufbeuren inmitten des östlichen Allgäus. Die ehemalige Reichsstadt zeigt sich traditionsbewusst und ihrer bis in das 8. Jahrhundert zurückreichenden Geschichte verpflichtet.

Blick in die Vergangenheit:

Ausgangspunkt der Stadtbesiedelung war die Gründung eines fränkischen Königshofes um das Jahr 740 n. Chr. Dieser Königshof hatte die zentrale Funktion für den ihn umschließenden Reichsgutbezirk und war der nahen Militärgrenze des Lechs zum Herzogtum Bayern hin ein rückwärtiger Auffangpunkt. Im Zuge des Landesausbaus, der unter den Karolingern mit der Christianisierung zusammenfiel, blühte die Siedlung rasch auf und der Königshof wurde in das Netz der fränkischen Verwaltungsorganisation integriert.

Zum Ende des 11. Jahrhunderts wurde sie Sitz des Adelsgeschlechts, der Herren von Beuren, die Gefolgsleute der Welfen waren. Nach dem Aussterben der Edelfreien von Beuren und nach dem Tod Herzog Welfs VI. 1191, wurde Kaufbeuren eine Stadt der Staufer, die sich von nun an intensiv um den Ausbau und die Entwicklung der Stadt kümmerten. 1286 wurde der Stadt von König Rudolf v. Habsburg ihr Status als Reichsstadt bestätigt.

Der folgende stetige wirtschaftliche Aufschwung wurde im 16. Jahrhundert, dem Jahrhundert der Bauernkriege und der Reformation, gebremst. Knapp 100 Jahre später richtete der 30-jährige Krieg Kaufbeuren mit seinen Belagerungen, Besetzungen, Brandschatzungen und Plünderungen fast vollständig zugrunde. Kaufbeuren erholte sich langsam, wenngleich bis ins 18. Jahrhundert die Streitigkeiten zwischen den Konfessionen nicht enden wollten. Einer zweiten Blüte des Weberhandwerks in dieser Zeit machten die französischen Revolutionskriege und die industrielle Revolution eine Ende. 1802 wurde Kaufbeuren eine Stadt des Kurfürstentums Bayern und konnte sich ab 1806 als königlich bayerische Stadt bezeichnen.

Kaufbeuren stieg in den Jahrzehnten nach dem Krieg mit heute 44000 Einwohnern zur drittgrößten kreisfreien Stadt Schwabens auf.